Heilige Bäume
Same und Baum
Vom Feinstofflichen bis zum Grobstofflichen gibt es eine stufenweise Manifestation, die die Seher als eine siebenfache Manifestation erkannt haben. Wie die Wurzeln die Basis für den Baum bilden, aber im Allgemeinen nicht zu sehen sind, ist die Intelligenz, die uns leitet, unsichtbar, doch sie drückt sich durch unser Gehirn-Rückenmarksystem aus. Das Prinzip des Lebens, das in uns pulsiert, und das Prinzip des Bewusstseins bilden die Grundlage für unsere gesamte irdische Existenz.
Der Samen ist der unmanifestierte Baum. Der Baum ist der manifestierte Same. Ein Seher kann im Samenkorn schon den gesamten Baum mit all seinen Einzelheiten erkennen. Jeder von uns ist ein Same und spriesst gemäss dem Gewahrsein. Im Samen unseres Denkens existiert die Gesamtsumme unserer Erfahrungen aus den vergangenen Inkarnationen. Was nicht im Samen enthalten ist, wird auch nicht in Erscheinung treten können. Tiefere Neigungen werden von Saturn aufgezeichnet, so dass wir ein grosses Programm haben, uns immer in demselben Rad von Gedanken und Handlungen zu bewegen.
In einem fruchtbaren Boden braucht man keinen grossen Baum zu pflanzen, es genügt ein winziger Same. Inspirierende Botschaften sind immer kurz. Ein Wort reicht aus, um zu inspirieren. Eine Inspiration ist ein zarter Keim am Lebensbaum; sie kann sich zu einer Blüte oder eine Frucht entwickeln.
Der Zweck der Pflanze ist erfüllt, wenn sich ihre Blüte entfaltet hat. Die Blüte ist etwas ganz anderes als der Baum, aber sie ist allein aus dem Baum hervorgekommen. Der Geschmack der Früchte und ihre Zartheit lassen sich nicht mit dem Baumstamm vergleichen, aus dem die Blütenblätter und Früchte hervorgekommen sind. Ein Meister unterscheidet sich vollkommen von einem Menschen, aber woher ist der Meister gekommen? Der Mensch hat das Potential, einen wunderschönen Lichtkörper aus dem Inneren entstehen zu lassen. Wenn aus dem Inneren die Entfaltung des Lichtes geschieht, ist der Zweck des Menschen erfüllt. Diese Entwicklung geschieht durch die Verbindung mit der Seele, die sich wiederum mit dem Geist verbindet.
Abstufungen des Bewusstseins
Es gibt Menschen, die mehr Licht in sich tragen und weiter entwickelt sind als andere Menschen. So gibt es auch Abstufungen bei Steinen, Metallen oder bei Bäumen. Edelsteine oder Gold haben ein höheres Bewusstsein als andere Steine oder Metalle. Und so tragen gewisse Bäume auch mehr Feuer in sich als andere Bäume. Sie sind weiter entwickelt und werden heilige Bäume genannt. Die Seher früherer Zeiten haben die Qualität dieser Bäume erforscht und ihre nützliche Wirkung erkannt. Rituale mit Hölzern heiliger Bäume verbreiten Harmonie und haben eine grosse Wirkung auf die am Ritual beteiligten Menschen. Heilige Bäume enthalten Feuer, das viel hochwertiger ist als Feuer durch Petroleum, Benzin usw., das mit Hilfe des Mineralreichs erzeugt wird. Wir sollten dafür sorgen, dass die Hölzer trocken sind, dass aber nicht wegen des Feuers ein Baum gefällt wird. Wir sammeln möglichst nur abgefallene Zweige und Äste.
Es ist wichtig, heilige Hölzer und Kräuter für die verschiedenen Devas zu sammeln. Verschiedene Substanzen des Pflanzenreichs wurden auf den feinstofflichen Ebenen anderer Planeten vorbereitet; sie können bis auf ihre planetarische, solare und kosmische Energie zurückverfolgt werden. Das Zusammenstellen der Hölzer und Kräuter für das Feuerritual beruht auf einer solchen Hintergrundarbeit. Der dabei entstehende Rauch hat eine heilende Wirkung. Wenn wir in die Flamme schauen, steigen die Energien auf.
Heilige Bäume umarmen
Einen heiligen Baum zu umarmen ist, wie wenn wir einen Meister der Weisheit umarmen; auch er ist eine Verkörperung des Feuers. Meditationen im Schatten heiliger Bäume haben eine starke Wirkung; auch besitzt Wasser, in dem Wurzeln dieser Bäume eingeweicht sind, grosse Heilwirkung. Diese Wirkung wird mit der Zeit erkannt. Wenn wir einen Baum als Gott verehren, dann reagiert der Baum auf uns als Gott. Einige umarmen ihn, manche berühren ihn vorsichtig mit den Fingern oder mit den Handflächen. Es geht darum, die Berührung des Feuers durch das feurige Medium zu erhalten. Am meisten werden die Zeder (Devadaru) und der Seidenwollbaum (Buraga) umarmt, ebenso der Ficus Religiosa (Pipal-, Aswatha-, Ravi- oder Bodhi-Baum), Ficus Indiaca (Banyan-Baum) und Ficus Racemosa (Audumbara-Baum, Atti, Cluster-Feigenbaum). Bäume im Allgemeinen und die heiligen Bäume im Besonderen sind den ganzen Tag über in ständiger Berührung mit den Sonnenstrahlen. Sie saugen in sich das Leben und das Licht der Sonnenstrahlen im Überfluss auf. Verschiedene Teile dieser Bäume werden auch als Medizin verwendet. Es ist eine uralte Praxis, diese heiligen Bäumen zu berühren, in ihrem Schatten zu meditieren, die Früchte und Blätter zu essen, die von solchen Bäumen fallen und das Wasser eines nahegelegenen Flusses zu trinken und in ihm zu baden.
Der Pipal-Baum und der Audambara-Baum sind besonders heilige Bäume, die alle 24 Stunden des Tages Sauerstoff geben. Auf ihnen leben normalerweise viele erhabene Wesen in feinstofflicher Form in Meditation. Wenn wir im Schatten dieser Bäume meditieren, segnen uns der Baum und auch die Wesen darauf, und wir werden in der Meditation mit der richtigen Schwingung aufgeladen. Die Meditation in stehender, aufrechter Haltung unter einem heiligen Baum verleiht eine andere Wahrnehmung. Dem zivilisierten Menschen wird dringend empfohlen, wenn möglich eine Beziehung zu einem Baum herzustellen.
Von Devas gemachte Tempel
Hochwachsende Bäume wie der Devadaru (die Himalaya-Zeder) werden als von Devas gemachte Tempel betrachtet. Alle Nadelbäume wie die Kiefern haben die Fähigkeit, Lebenskraft (Prana) zu sammeln und Energien herabzubringen, die für die Erhebung unseres Bewusstseins benötigt werden. Sie wirken als Brücke zwischen dem Himmel und den Tiefen der Erde. Viele Menschen erreichten Einweihungen, während sie unter heiligen Bäumen meditierten. Diese Bäume wachsen an heiligen Orten, auch ohne von uns kultiviert zu werden. Wir können die Energie eines Ortes wahrnehmen, wenn wir mit geschlossenen Augen dort verweilen und die Stille erleben.
Bei den Höhlentempeln in Shigatse gibt es einen riesigen Ficus Religiosa, der in den Morgenstunden wie ein goldener Baum, und während der Vollmondstunden wie ein diamantener Baum erstrahlt. Dieser Baum existiert auch heute noch. Er ist für jene sichtbar, die den goldenen Körper erlangt haben. Für andere ist er unsichtbar. In den jeweiligen lokalen Morgen- und Abendstunden können wir die Energien, die vom Weltlehrer, Lord Maitreya, zu uns kommen, empfangen. Beim Singen des Maitreya-Liedes sollten wir uns vorstellen, wie der Meister mit ausgestreckten Armen unter diesem grossen Baum steht, bereit, die Energien in Liebe durch sein Herz und seine Hände allen ernsthaft suchenden Wesen zu übermitteln.
Weitere heilige Bäume
Der Audumbara-Baum ist ein sehr heiliger indischer Feigenbaum (Ficus Racemosa). Es heisst, dass er die Jupiter-Schwingung in sich trägt, die Guru-Schwingung, die Bewusstseinserweiterung bewirkt. Lord Dattatreya mag den Audumbara-Baum sehr; er versprach, er werde am Fuss eines jeden Audumbara-Baums in feinstofflicher Form wohnen.
Der Rudraksha-Baum trägt die sehr wohltätigen elektrischen Schwingungen von Rudra in sich. Sie zerstören die Dunkelheit und erbauen durch ihre Schwingungen ein Lichtfeld um uns herum. Sie erzeugen sehr viel Energie und sollten, wenn wir einmal damit beginnen, täglich am Morgen mit frischem Wasser begossen werden, um die Energien in uns und in unserer Umgebung im Gleichgewicht zu halten. Viele Menschen tragen Rudraksha-Ketten, bieten den Rudraksha-Samen Wasser an und singen 3 bis maximal 11 Mal Rudra-Mantren wie OM NAMO BHAGAVATE RUDRAYA oder YO RUDRO… Alles ist optional und es sollte kein Zwang dabei sein. Wenn wir reisen, können wir die Rudrakshas in einer kleinen Schachtel aufbewahren.
Die Blätter und Wurzeln des Sami-Baums helfen, in uns die saturnischen Begrenzungen zu einem bestimmten Masse richtig anzuordnen und unserem Wachstum zu helfen. Dazu können wir das Mantra SAM äussern, besonders am Samstag (Siehe das Buch über „Saturn“ von Dr. K. Parvathi Kumar).
Reines Sandelholz bewirkt eine angenehme Entfaltung der Seele; es hilft, die Atmosphäre rein zu halten und den Willen zu stärken. Der Duft von Sandel ist nichts anderes als die Manifestation der göttlichen Mutter auf der dichtphysischen Ebene. Wenn uns ein hohes Wesen besucht, können wir noch vor dem Besuch den Duft von Sandel wahrnehmen, auch ohne dass Räucherwerk verwendet wird. Manche feine Wesen vermitteln ihre Gegenwart auch durch den Duft von Rose, Jasmin oder Lavendel. Sandelholz stärkt den Willen und zerstreut Hindernisse. So wird das Auge des Denkens offener für das Göttliche als für andere Dinge. Ein Student kann etwas Sandelholzpaste auf seine Stirn oder einen runden Punkt auf sein Brauenzentrum auftragen.
Es heisst, der Banyan-Baum enthalte die Energie des ersten Strahls des Willens und der Ficus Religiosa die Energie des zweiten Strahls der Liebe/Weisheit. Beide Bäume enthalten starke spirituelle Schwingungen. Mit ihrem starken Feuer können sie auch auf Betondächern wachsen. Daher sollte man unter solchen Bäumen meditieren, um den Willen zu stärken. Man gelangt so leicht in den Zustand der Meditation. Der Same des Banyan ist klein, aber aus seinen Luftwurzeln kann der grösste eigenständige Baum der Welt hervorkommen.
Wie der Sami-Baum enthält der Banyan die Schwingung von Saturn, aber auch die Energien des ersten Logos. Der Ficus Religiosa gewährt uns die Energie des zweiten Logos, die Energie der Synthese. Viele andere heilige Bäume können hier keine Erwähnung finden.
Verwendete Quellen: K.P. Kumar: Agni – Das Feuerritual und seine Symbolik. Div. Seminarnotizen. The World Teacher Trust e.V. Edition Kulapati. D-Münster (www.kulapati.de)







